Die Nutzung der Schwerkraft fließenden Wassers zur Erzeugung von Elektrizität wird als Wasserkraft bezeichnet.
Die Schwerkraft des Wassers treibt Turbinen an, die wiederum Magnete in Generatoren antreiben, um Strom zu erzeugen. Wasserkraft zählt zu den erneuerbaren Energiequellen und ist eine der ältesten, kostengünstigsten und einfachsten Technologien zur Stromerzeugung.
Wasserkraft lässt sich grob in vier Kategorien unterteilen: konventionelle Wasserkraft (Staudämme), Pumpspeicherkraftwerke, Flusswasserkraft und Offshore-Wasserkraft (Gezeitenkraft). Sie ist eine der drei wichtigsten Stromquellen weltweit; die anderen beiden sind die Verbrennung fossiler Brennstoffe und die Kernenergie. Aktuell deckt sie ein Sechstel der weltweiten Stromerzeugung ab.

Vorteile der Wasserkraft
Sicher und sauber – im Gegensatz zu anderen Energiequellen wie fossilen Brennstoffen ist sie genauso sauber und umweltfreundlich wie Kernenergie und Biomasseenergie. Diese Kraftwerke verbrauchen oder setzen keinen Brennstoff frei und emittieren daher keine Treibhausgase.
Erneuerbar gilt als erneuerbare Energie, da sie das Wasser der Erde zur Stromerzeugung nutzt. Das Wasser wird in natürlicher Form und ohne Verschmutzung in den Kreislauf der Erde zurückgeführt. Aufgrund des natürlichen Wasserkreislaufs wird es niemals zur Neige gehen.
Kosteneffizienz – Trotz der enormen Baukosten ist Wasserkraft aufgrund der sehr geringen Wartungs- und Betriebskosten eine wettbewerbsfähige Energiequelle.
Flexible Energiequelle – Wasserturbinen sind eine flexible Energiequelle, da diese Kraftwerke ihre Leistung je nach Energiebedarf schnell anpassen können. Die Anlaufzeit einer Wasserturbine ist deutlich kürzer als die einer Dampf- oder Gasturbine.
Weitere Nutzungsmöglichkeiten – Da Wasserkraftprojekte riesige Stauseen bilden, kann dieses Wasser auch zur Bewässerung und Aquakultur genutzt werden. Der hinter dem Damm entstandene See eignet sich für Wassersport und Freizeitaktivitäten und ist somit eine Touristenattraktion, die Einnahmen generiert.
Nachteile der Wasserkraft
Sehr hohe Investitionskosten – diese Kraftwerke und Staudämme sind mitunter sehr teuer. Die Baukosten sind sehr hoch.
Das Risiko von Dammbrüchen – verursacht durch Überschwemmungen, die Blockierung großer Wassermengen, Naturkatastrophen, menschliches Versagen und mangelhafte Bauqualität – kann für flussabwärts gelegene Gebiete und die Infrastruktur verheerende Folgen haben. Solche Brüche können die Stromversorgung, Tiere und Pflanzen beeinträchtigen und zu großen Verlusten und Todesopfern führen.
Ökosystemzerstörung – Große Stauseen überfluten weite Gebiete im Oberlauf des Damms und zerstören dabei mitunter Niederungen, Täler, Wälder und Grasland. Gleichzeitig wird auch das aquatische Ökosystem in der Umgebung beeinträchtigt. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf Fische, Wasservögel und andere Tiere.
Veröffentlichungsdatum: 04.06.2021