Eine Ansicht besagt, dass Sichuan zwar mittlerweile die gesamte Stromversorgung über das Übertragungsnetz sicherstellt, der Rückgang der Wasserkraft jedoch die maximale Übertragungskapazität des Netzes bei Weitem übersteigt. Zudem zeigt sich, dass die lokalen Wärmekraftwerke nicht voll ausgelastet sind.
Es hat sich herausgestellt, dass auch Wasserkraft keine unbedingt stabile Energiequelle ist. Die Region berücksichtigt nicht die Überlagerung von Trockenzeit und Spitzenverbrauchszeiten, und es gibt kaum Planungen für Wärmekraftwerke. Man muss wissen, dass Strom im Wesentlichen davon abhängt, wie viel erzeugt und wie viel verbraucht wird, und Wärmekraftwerke können die Strommenge auch ein Stück weit steuern…
Ich teile diese Ansicht nicht. Der Hauptgrund dafür ist, dass in Sichuan das ganze Jahr über ausreichend Wasserkraft zur Verfügung steht, was Kosten spart. Der Ausbau der thermischen Energieerzeugung ist wirtschaftlich kaum rentabel. Dieses Jahr ist von extrem hohen Temperaturen und Dürre geprägt, was niemand erwartet hat.

Tatsächlich ist die Wasserkraft auf Speicherkapazität angewiesen, um die Leistung anzupassen und so die ungleichmäßige Verteilung des Stromverbrauchs über die Zeit auszugleichen (einschließlich Pumpspeicherkraftwerke). Dies ist effizienter und umweltfreundlicher als die Wärmekraft und die Kernkraft (Wärmekraft und Kernkraft erfordern zusätzliche Bremsvorgänge, häufige Anpassungen sind teurer).
Die Stromregulierung und -speicherung in Sichuan funktionierte bisher sehr gut, da reichlich Wasser und Strom vorhanden sind und die Gesamtspeicherkapazität groß ist. Aufgrund der hohen Temperaturen in diesem Jahr haben viele Stauseen ihren normalen Wasserstand nicht erreicht, einige sind sogar auf den Totwasserpegel gesunken, wodurch die meisten Wasserkraftwerke ihre Regulierungs- und Speicherkapazität verloren haben. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Stromspeicherung vollständig eingestellt ist.
Es ist anzumerken, dass das aktuelle Problem in Sichuan darin besteht, dass die Stromversorgung den kurzfristigen Niederschlagsmangel nicht ausgleichen kann. Betrachtet man jedoch Sichuans 14. Fünfjahresplan für Energie, so ist Wasserkraft nach wie vor die wichtigste Energiequelle, und Windkraft und Photovoltaik haben einen ähnlichen Umfang wie die Wasserkraft. Anders ausgedrückt: Aus Sicht der Energiereserven verfügt Sichuan über sehr große Wasserkraftressourcen, während Windkraft und Photovoltaik hinsichtlich Qualität und Gesamtmenge etwas unterdurchschnittlich sind.
Sichuan leidet unter hohen Temperaturen und Dürre, was Kontroversen auslöst: Beweisen Fakten, dass Wasserkraft keine stabile Energiequelle ist? Immer wieder wird über Energiewende, unzureichende Wärmekraft usw. gesprochen. Dies ist eine typische nachträgliche Analyse von Zhuge Liang. Es scheint, dass Sichuans Stromerzeugung vor der Energiewende nicht von Wasserkraft dominiert wurde und die damalige Stromnetzstruktur ausreichte, um die aktuellen Probleme zu bewältigen.
Veröffentlichungsdatum: 02.09.2022