Sowohl Wasserkraft- als auch Wärmekraftwerke benötigen einen Erreger. Dieser ist üblicherweise mit der gleichen Hauptwelle wie der Generator verbunden. Dreht sich die Hauptwelle unter dem Antrieb der Antriebsmaschine, werden Generator und Erreger gleichzeitig in Rotation versetzt. Der Erreger ist ein Gleichstromgenerator, der Gleichstrom erzeugt. Dieser wird über den Schleifring des Generatorrotors zur Rotorwicklung geleitet und erzeugt dort ein Magnetfeld, wodurch im Stator des Generators eine induzierte Spannung entsteht. Bei größeren Generatoraggregaten wird der Erreger meist durch ein Wechselstrom-Nebenschlusssystem ersetzt. Dieses System nutzt die Ausgangsspannung des Generators zur Erregung, wandelt diese durch einen Gleichrichter in Gleichstrom um und leitet den Strom dann über den Schleifring des Generatorrotors zum Generatorrotor. Bei diesem System muss der Generator vor jedem Einschalten initialisiert werden, indem ihm eine Vorspannung zugeführt wird, um die Anfangsspannung des Generators aufzubauen.

Die Erregung des altmodischen Erregers beruht auf seiner eigenen Remanenz. Diese ermöglicht zwar die Stromerzeugung, jedoch ist die Energie sehr gering und die Spannung entsprechend niedrig. Der schwache Strom durchfließt die Erregerspule und verstärkt so die Remanenz. Das dadurch verstärkte Magnetfeld regt die Stromerzeugung des Erregers kontinuierlich an. Die erzeugte Energie übersteigt die der Remanenz. Durch wiederholte Anwendung steigt die vom Erreger abgegebene Spannung stetig an. Der vom Erreger erzeugte Strom dient also zunächst der Eigenerregung und speist den Generator erst ab einer bestimmten Hochspannung. Moderne Großgeneratoren verwenden hingegen ein mikrocomputergesteuertes Erregersystem. Die Anregung erfolgt über eine Anregungsstromversorgung, die entweder vom Stromnetz oder vom Gleichstromnetz des Kraftwerks bereitgestellt wird.
Veröffentlichungsdatum: 09.06.2022